Hintergrundinfo

Klare Regeln für regionale Lebensmittel
Kriterien für Herkunft und Qualität staatlicher Landeszeichen teilweise mangelhaft

Gesetzlich verbindliche Kriterien für die Regionalkennzeichnung von Lebensmitteln fordern die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Wie eine aktuelle Studie im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt, ist die regionale Herkunft der Produkte bei den öffentlich mitfinanzierten Landesprogrammen nicht sichergestellt. "In Schleswig-Holstein und Thüringen etwa müssen verarbeitete Produkte nur zur Hälfte aus Zutaten regionaler Herkunft bestehen", sagt Hedi Grunewald, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Wir brauchen eindeutige, am besten einheitliche Vorgaben für die Regionalkennzeichnung".

Die im Auftrag der Verbraucherzentralen von der Agrifood Consulting GmbH erstellte Studie "Transparenzerhebung der regionalen Landesprogramme" zeigt auf, dass den staatlichen Landeszeichen unterschiedliche Kriterien zugrunde liegen. "Geprüfte Qualität Hessen", "Gesicherte Qualität Rheinland-Pfalz" oder "Ökoqualität Bayern". Derzeit gibt es 14 Landeszeichen in zehn Bundesländern - Niedersachsen hat bisher keines.

Landeszeichen sagen wenig über die Qualität
Oftmals werden die Landeszeichen als "Qualitätsprogramme" bezeichnet, obwohl sie - neben der Herkunft - selten zusätzliche Qualitäten bieten. Meist wird nur der Marktstandard erfüllt. Aber auch bei der eigentlichen Kernaussage der Zeichen, der Herkunft, ist die Aussagekraft oftmals beschränkt, wie die Beispiele aus Schleswig-Holstein und Thüringen zeigen. Auch fehlen, wie etwa in Hessen, oftmals eindeutige Angaben zu den Herkunftsanforderungen. Zudem sind die Kontrollen und Sanktionen sehr unterschiedlich geregelt und werden den Anforderungen einer unabhängigen Kontrolle häufig nicht gerecht. Eine Bewertung der Wirksamkeit der Kontrollsysteme ist kaum möglich, die Dokumentation der Kontrolle unübersichtlich und wenig transparent. "Aus Verbrauchersicht sind diese Lücken und Unterschiede weder nachvollziehbar noch wünschenswert", kritisiert Hedi Grunewald.

Einheitliche rechtliche Regelung

Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts von Anfang 2010 achten 65 Prozent der Verbraucher beim Kauf ihrer Lebensmittel auf die regionale Herkunft. Häufig müssen sie für diese Produkte mehr bezahlen. Um Täuschungen und Irreführungen zu vermeiden und Verbrauchern eine bewusste Kaufentscheidung für regionale Lebensmittel zu ermöglichen, fordern Verbraucherzentralen und vzbv - analog zum Bio-Zeichen - einheitliche Kriterien und einen gesetzlichen Rahmen für die Regionalkennzeichnung von Lebensmitteln. Dabei ist festzulegen, dass:



Die komplette Studie "Transparenzerhebung der regionalen Landesprogramme für Lebensmittel" sowie das Positionspapier zur "Verbrauchergerechten Kennzeichnung von regionalen Lebensmitteln" können im Internet hier heruntergeladen werden.

Stand: 25.01.2011