Hintergrundinfo

Wer viel trinkt, muss besonders auf die Jodzufuhr achten

Viel Trinken ist gesund. Wer reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt, verliert aber auch mehr Jod und sollte daher besonders auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. So lautet das Fazit einer Untersuchung des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Das Spurenelement Jod ist wichtig für den Aufbau der Schilddrüsenhormone, das Wachstum und eine gesunde Entwicklung des Gehirns.

Für die Studie hielten sich neun Frauen für fünf Tage an einen strikten Diätplan, um die Jodzufuhr konstant zu halten. Die Flüssigkeitsaufnahme war nicht beschränkt, aber die Menge sollte an jedem Tag in etwa gleich sein. In einer zweiten Studie haben die Wissenschaftler über 200 Jugendliche für einen Zeitraum von sechs Jahren begleitet und deren Ernährungsweise protokolliert. In beiden Untersuchungen wurden regelmäßig das Urinvolumen und die über den Harn ausgeschiedene Jodmenge bestimmt. Das Resultat: Je höher die Flüssigkeitszufuhr und damit das Urinvolumen, desto mehr Jod scheidet der Körper über die Nieren aus. Ein Anstieg des Urinvolumens um 1 l bedeutete einen zusätzlichen Verlust von 15 Mikrogramm bei Jugendlichen und 16,5 Mikrogramm bei Frauen. "Die Verluste sind zwar nicht groß, doch der durchschnittliche Jodgehalt der Getränke selbst (4 µg/l) reicht nicht aus, um sie auszugleichen", betont Studienleiter Thomas Remer. Daher empfehlen die Experten, auf eine jodreiche Kost mit viel Seefisch, Milch und Milcherzeugnissen zu achten und Jodsalz im Haushalt zu verwenden. Keinesfalls sollte man deshalb aber weniger trinken. 1,5-2 l Flüssigkeit am Tag sollten es schon sein.

Heike Kreutz, aid

Stand: 17.01.2011