Hintergrundinfo

Naturland warnt vor steigenden Analysekosten
Greenpeace beziffert Pestizidkosten auf über 17 Mio. Euro jährlich

Gräfelfing - Greenpeace veröffentlichte gestern, dass allein die Kontrolle von Pestiziden in Lebensmitteln und Grundwasser den deutschen Steuerzahler 17 Millionen Euro jährlich kostet. Naturland warnt in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Kostenspirale für den Verbraucher, wenn sich die Agro-Gentechnik in Europa ausbreiten sollte. Gut für die Umwelt und gut für den Verbraucher ist nach Naturland der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie auf Agro-Gentechnik. "Der Öko-Landbau braucht beide umweltschädigenden Methoden nicht und produziert hochwertige Lebensmittel im Einklang mit der Natur", erläutert Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender.

Steigende Kosten für GVO-Analysen

80 Prozent der Verbraucher in Deutschland lehnen den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Lebensmitteln ab. Der kommerzielle Anbau des GVO-Maises MON 810 ist derzeit vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) auf Grund von Sicherheitsbedenken verboten. Die GVO-Kartoffel Amflora wurde zugelassen und dieses Jahr erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern angebaut. Ein Teil der Ernte muss aktuell vernichtet werden, da nach Einschätzung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus die Gefahr einer Vermischung mit der in der EU nicht zugelassenen GVO-Kartoffel Amadea bestehen könnte. Schon jetzt müssen alle Verarbeiter, die gentechnikfreie Lebensmittel herstellen wollen, GVO-Analysen durchführen. Die Kunden wollen die Sicherheit, dass keine Vermischung mit GVO-Produkten stattgefunden hat. Alle Lieferanten von Öko-Rohstoffen wie Soja, Mais oder Raps müssen GVO-Analysen vorlegen. Sollte sich der Anbau von GVO-Pflanzen ausdehnen, kommen explodierende Kosten auf alle Partner der Wertschöpfungskette zu. Je nach Analyseart und Labor können die Kosten bis zu 150 Euro pro Probe betragen. Ist ein Ausschlag messbar, kommen für eine qualitative Analyse noch einmal bis zu 150 Euro dazu.

Öko-Landbau schont die Umwelt und den Geldbeutel

Bei 100 Prozent Öko-Landbau fallen keine Kontroll- und Analysekosten für Pestizide und Agro-Gentechnik an. Die kostenintensive Aufbereitung von Trinkwasser, um den Anteil von Pestiziden und Nitraten zu minimieren, würde entfallen. Diese so genannten externen Kosten werden derzeit vom Steuerzahler getragen und tauchen nicht im Preis für Lebensmittel auf. Naturland fordert, dass die Inverkehrbringer und Nutzer von Pestiziden und Agro-Gentechnik für die Folgekosten aufkommen müssen. Noch einfacher und besser für die Umwelt und den Geldbeutel ist die hundertprozentige Umstellung auf Öko-Landbau.