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Biohotel Kenners LandLust - 1. klimaneutrales Hotel in Niedersachsen
"Klima-Hotels Deutschland" zeigen gemeinsam mit Viabono: Schon mit geringen Mitteln sind große Erfolge im Klimaschutz möglich

Dübbekold, den 4. November 2010: Seit heute gehört das Biohotel Kenners LandLust offiziell zu den "Klima-Hotels Deutschland" und ist damit das erste klimaneutrale Hotel in Niedersachsen. Rebecca Harms, Co-Fraktionsvorsitzende der europäischen Grünen und zuständig für Atompolitik und Klimaschutz, übernahm gleichzeitig die Schirmherrschaft der Initiative, die bislang acht Hotels ausgezeichnet hat, der "Klima-Hotels Deutschland".

"Wir waren etwas überrascht, dass wir auch ohne großen technischen Aufwand einen so kleinen 'CO2-Fußabdruck' haben", berichtet Hotelier Kenny Kenner. "Mit nur 11,3 kg CO2 pro Übernachtung stehen wir im Vergleich zu einem normalen Hotel ähnlicher Kategorie mit 50 - 60 kg pro Übernachtung sehr gut da - und wir haben einiges vor, um noch besser zu werden."

Seit 2001 ist Kenners LandLust lizenziert von der Dachmarke "Viabono - Reisen natürlich genießen", die die bundesweite Initiative "Klima-Hotels Deutschland" ins Leben gerufen hat. Viabono hat dafür in Kooperation mit CO2OL, einer erfahrenen Beratungs- und Dienstleistungsagentur für betrieblichen Klimaschutz, einen CO2-Rechner für das Gastgewerbe erarbeitet. Damit lassen sich "CO2-Fußabdrücke" für einen Betrieb einfach und schnell erstellen sowie der durchschnittliche CO2-Emissionswert je Gast und Übernachtung ermitteln. Die ermittelten Werte können durch anerkannte Klimaschutzzertifikate oder ein auf die Entwicklung von erneuerbaren Energien und Energie Effizienz ausgerichtetes Projekt kompensiert werden. Kenners LandLust hat bereits seine gesamten ermittelten CO2-Emissionen für das Jahr 2010 ausgeglichen: 300 Bäume können dafür im Rahmen des "CO2OL Native Tree Species Reforestation Panama" neu gepflanzt werden.

Der Schutz des Klimas war für die Hoteliers Barbara und Kenny Kenner immer ein Teil der Ökologie, auf der seit der Hotelgründung vor zehn Jahren der Fokus bei allen Maßnahmen lag. "Für uns heißt das, wir machen die Dinge entweder nachhaltig oder gar nicht", sagt Kenny Kenner. Und so haben viele kleinere und größere Bausteine zum jetzigen Erfolg beigetragen. Wichtige Faktoren stellen Bauausführung und Haustechnik dar. So ist der Hotel- Neubau ist in Niedrigenergie-Bauweise ausgeführt, im Altbau haben alle Fenster eine Wärmeschutzverglasung. Decken, Wände und Böden sind mit Zellulose gedämmt, die Heizung nutzt die Gas-Brennwerttechnik. Darüber hinaus setzt Kenners LandLust auf einen möglichst großen Einsatz von Primär- Energie, also eine möglichst geringe Nutzung von z.B. elektrischem Strom und Fernwärme. Wenn Strom zum Einsatz kommt, dann ist er aus erneuerbaren Energien erzeugt, und bei jeder Neuanschaffung von Elektro-Geräten achten die Kenners auf Energie-Effizienz. Die hauseigene Wäscherei spart Transporte, mit Großgebinden vermeidet man Müll. Wo es sinnvoll ist, werden Energie- Sparlampen eingesetzt; Wasserspar-Armaturen und -Duschköpfe reduzieren den Warmwasser-Verbrauch und sparen damit auch Energie. "Wichtig ist uns, dass unsere Gäste es trotzdem komfortabel haben", sagt Barbara Kenner. "Wir wollen nicht zurück in die Steinzeit!" Und so bedeutet etwa der tägliche Wechsel zwischen vegetarischer Hauptmahlzeit und einer mit Fleisch oder Fisch keinen Verlust, sondern einen Zugewinn an Vielfalt und Genuss, der schon so manchem überzeugtem Fleischesser neue Horizonte eröffnet hat.

Auch bei der Mobilität punktet das Hotel: Zum Hotel gehört ein Biogas-Auto, das auch von Gästen ausgeliehen werden kann, Geschäftsreisen erledigen die Hoteliers mit der Bahn. Die Mitarbeiter wohnen nah am Arbeitsplatz, manche sogar in fußläufiger Entfernung. Darüber hinaus kommen 60 Prozent aller Waren für den Hotelbetrieb aus einem Umkreis von 40 Kilometern. Trotz der beachtlichen Bilanz dieser Maßnahmen sind Barbara und Kenny Kenner noch nicht zufrieden: "Unser langfristiges Ziel ist es, gar keine CO2- Emissionen mehr zu haben, also auch nichts mehr kompensieren zu müssen."

Die nächsten Schritte dazu hat eine Energie-Effizienzberatung aufgezeigt. So stehen der Bau eines (Bio)Gas-Blockheizkraftwerkes, einer Photovoltaik-Anlage und einer Wärme-Rückgewinnung aus Kühlanlage und Wäscherei an. "Damit werden wir unseren jetzigen CO2-Ausstoß zunächst noch einmal halbieren", erläutert Kenny Kenner. Und wünscht sich für die Zukunft, "dass unser Beispiel anderen Häusern zeigt, dass es auch ohne sofortige größere Investitionen geht, wenn nachhaltig gedacht und gehandelt wird, man das Klima schützen will!"