Hintergrundinfo

Im Westen was Neues: Die Aroniabeeere
Pflanzzeit vor erstem Frost ideal

Die Aroniabeere (Aronia melanocarpa) gewinnt immer mehr Anhänger - sowohl bei Verbrauchern als auch bei Erzeugern. Die bei uns noch wenig bekannte Beere zeichnet sich durch eine hohe Konzentration von antioxidativ wirkenden Anthocyanen aus und wird auch als Gesundheitsbeere bezeichnet. Das macht sie auch für Obstbauer und Hobbygärtner zunehmend interessant.

Doch mit der Kultur der Pflanze betreten Obstbauer hierzulande meist Neuland. Der Strauch selbst ist relativ anspruchslos an Standort und Klima. Die Beere ist frosthart und kann auch in klimatisch ungünstigen Lagen gedeihen. Wer das im Mai blühende Wildobst kultivieren möchte, kann die Sträucher im Herbst bis vor dem ersten Frost pflanzen.
Je später desto besser, empfiehlt der Aroniaexperte

© Susanne Neubert / pixelio.de

Jörg Holzmüller aus Dresden. Bereits im kommenden Jahr kann mit einer kleinen Ernte gerechnet werden. Der Strauch ist anspruchslos und benötigt keinen besonderen Dünger. Er verträgt allerdings keine Staunässe und sollte nicht im Vollschatten stehen.

Hohe Ansprüche gelten hingegen für den Erntezeitpunkt. Optimale Qualitäten können nur erreicht werden, wenn die Ernte auf einen kurzen Zeitraum begrenzt wird. Jörg Holzmüller, einer der führenden Vermarkter von Aronia-Produkten, erklärt, dass es auf den richtigen Reifegrad der Beere ankommt, um schmackhafte Gelees oder Saft zu bekommen.

"Das Fruchtfleisch muss durchgängig die dunkel-violette Farbe der Schale und das Fruchtfleisch eine gewisse Süße haben". Im professionellen Aronia-Anbau wird der Zuckergehalt gemessen und in Grad Brix ausgedrückt (ähnlich der Oechsle-Grade beim Wein). Mindestens bei 20 Brix sollte der Wert liegen. Für Obstbauer, die mit dem Anbau der Aroniabeere beginnen, ist das mit viel Ausprobieren und Erfahrungen sammeln verbunden. In Deutschland hat sich ein Betrieb in Volkmarsen-Külte auf den Anbau von Bio-Aroniabeeren spezialisiert. In der Ostschweiz gibt es derzeit neun Produzenten, die sich mit der Aroniabeere ein zusätzliches Standbein aufbauen. Mehr Erfahrungen mit dem Anbau der Aroniabeere gibt es in der österreichischen Steiermark, wo der Anbau der Gesundheitsbeere eine gewisse Tradition hat.

Renate Kessen, aid


Hintergrund:

Die auch als Gesundheitsbeere bezeichnete Aroniabeere stammt ursprünglich aus Nordamerika. Verbreitet war sie später dann vor allem in osteuropäischen Ländern, wo aus den Beeren natürliche Lebensmittelfarbe gewonnen wurde. Außerdem wurde sie für die Arzneimittelherstellung verwendet. Frisch geerntet vom Strauch ist die Beere nahezu ungenießbar - sie ist herb-säuerlich und wirkt stark adstringierend. Sie ist aber verarbeitet, getrocknet, als Konfitüre oder Saft vielseitig verwendbar.

Weitere Informationen: www.aroniabeere.de