Hintergrundinfo

Nicht gleich wegwerfen!
"Frisch auf den Müll" muss nicht sein

(aid) - Aus dem Film "We feed the world" ist vielen Menschen neben vielen eindrucksvollen und teils drastischen Bildern eine Zahl im Kopf geblieben: In Wien wird jeden Tag so viel Brot weggeworfen, dass es ausreichen würde, um ganz Graz (280 000 Einwohner) zu versorgen.

Auf dem Weg eines Lebensmittels vom Acker bis zum Teller wird vieles schon aussortiert, bevor es auf den Tisch kommt: jeder zweite Kopfsalat, fast jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Bei Obst und Gemüse tragen überzogene Normierungsansprüche der Handelsunternehmen hierzu einen großen Teil bei. Zu klein, zu groß, zu spät angeliefert, falsche Farbe . "Gründe" gibt es genug.

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Im Handel wird ein erheblicher Teil der Lebensmittel wegen Verderb aussortiert und in den Haushalten geht die Verschwendung weiter. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland Lebensmittel für cirka 400 Euro pro Person und Jahr im Müll landen. Oft ist schlechte Einkaufsplanung Schuld daran.

Noch öfter wird ein Produkt weggeworfen, weil es "abgelaufen" ist. Und hier sitzen viele Verbraucher einem fatalen Missverständnis auf. Denn nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch ungenießbar. Der Hersteller muss bis zu diesem Zeitpunkt die "charakteristischen Eigenschaften" (z. B. Geschmack, Farbe, Geruch) des Produkts garantieren. Viele Lebensmittel sind länger haltbar als angegeben. Insgesamt hat sowohl im Handel wie auch im Haushalt die Bereitschaft zugenommen, lieber "auf Nummer sicher" zu gehen, um jedes Risiko auszuschließen.

Manches verwerten inzwischen karitative Einrichtungen, wie die "Tafeln", aber auch das ist regional verschieden. Nach Ergebnissen der Universität Wien gehen zehn Prozent der verpackten Lebensmittel aus den Haushalten ungeöffnet in den Müll.

Noch eine Zahl gefällig? Die verworfenen und weggeworfenen Lebensmittel Europas und Nordamerikas würden dreimal ausreichen, um alle Hungernden der Welt satt zu machen!

Weitere Informationen gibt es hier.

Britta Klein, aid