Hintergrundinfo

Mitmachaktionen an deutschen Seen ein voller Erfolg

Vom Bodensee bis hinauf zum Schweriner See beteiligten sich die Partner des nationalen Netzwerks Lebendige Seen Deutschland an den Aktionstagen "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Deutschen UNESCO-Kommission. Fazit: lokal die Zukunft mitgestalten und das Leben lebenswerter machen.

Aktiv Mitmachen und Mitlernen konnten die Bewohner und Gäste fünf deutscher Seenregionen in der Woche vom 17. bis zum 26. September 2010. Zahlreiche Möglichkeiten, nachhaltige Entwicklung zu erleben und mitzugestalten offerierten die Partner aus dem Netzwerk Lebendige Seen Deutschland.

In Volkertshausen (Kreis Konstanz) machte sich eine Gruppe von 20 Personen auf den Weg entlang der Hegauer Aach, auch Radolfzeller Aach genannt. Auf der gut dreistündigen Exkursion erläuterte Kai-Steffen Frank, Biologe und Mitarbeiter des BUND Baden-Württemberg den interessierten Exkursionsteilnehmern die große ökologische Bedeutung der Renaturierungsmaßnahmen an der Hegauer Aach für das Flusssystem selbst, aber auch für den Bodensee, in den sie mündet. Dabei gab es auch zahlreiche Erläuterungen zur Geschichte der Aach, um die Dimensionen starker Eingriffe in den Flusslauf in Vergangenheit zu erkennen.

Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) veranstaltet bereits seit mehr als zehn Jahren einen ökologischen Markt an Niedersachsens größtem Binnensee, dem Steinhuder Meer. Trotz Dauerregens kamen die Gäste mit Regenkleidung und Schirmen auf den Marktplatz und schlüpften unter die Pavillons. Dies ermöglichte intensive Gespräche über ökologische Lebensmittel, Kinderspielzeug, Magnetschmuck, Heilsteine und vieles mehr. Auch die Kinder waren aktiv dabei; denn sie durften Äpfel von Streuobstwiesen für die Saftpresse vorbereiten und ihre Produkt selbst herstellen und kosten. Dabei waren sie überrascht, wie köstlich Apfelsaft schmecken kann. Auf diese Weise geht die ÖSSM auf die Menschen zu, um sie zu veranlassen, über ein nachhaltiges Einkaufsverhalten nachzudenken.

Am Schweriner See wurde der autofreie Sonntag als Aktionstag ausgesucht. Die Besucher der "Spielstraße am See" beschäftigten sich aktiv mit Gewässer- und Abwasserbelastung durch den Straßenverkehr. Betreut wurde die Aktion vom Team der Naturschutzstation Zippendorf. Ein interessanter Gedankenaustausch fand zwischen den Umweltschützern und Bürgern statt. Es ist geplant, die Aktion nächstes Jahr zu wiederholen.

Am Chiemsee stand der Aktionstag unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und hatte zum Ziel, einem breiten Publikum den Lebensraum See näherzubringen und für dessen Schutz zu werben. Die Großveranstaltung wurde durch den Verein der Natur- und Landschaftsführer, der ebenfalls ein Mitglied im Netzwerk Lebendige Seen Deutschland ist, auf die Beine gestellt. Mit großem Engagement und hohem organisatorischen Aufwand hat der Vereinsvorsitzende Jürgen Pohl alle Akteure und Organisationen zusammengetrommelt, die sich für einen naturnahen Zustand des Chiemsees einsetzen. Über 30 Schulklassen mit zusammen etwa 1000 Kindern und Jugendlichen sowie geschätzte zweihundert Erwachsene bevölkerten das Veranstaltungsgelände am Chiemsee, nahe der Prienmündung. Über 20 Stände luden zum Informieren, Beobachten und Schauen ein. Hier standen Fachleute Rede und Antwort und händigten den interessierten Besuchern Informationsmaterial aus. Die zahlreichen Besucher und das schöne Wetter machten den Aktionstag zu einem vollen Erfolg und veranlassten die Verantwortlichen darüber nachzudenken, auch in den kommenden Jahren eine ähnliche Veranstaltung durchzuführen.

Was macht eine Stadt lebenswert? Das war die Frage, die die Bodensee-Stiftung und das Netzwerk Agens Konstanzern, Kreuzlingern und interessierten Bürgern aus der Region stellte. Mehr als ein Dutzend Bürger aller Altersklassen kamen in die Konzilgaststätten nach Konstanz und bauten als Stadtspieler die Stadt ihrer Träume. Die Fragen, die die Spieler beschäftigten, waren vielfältig - doch einige Themen kamen natürlich in jeder Spielerrunde auf. Energie, Mobilität, Kultur und Wirtschaft waren in jedem Stadtentwurf ein Thema: Wie können wir unsere Städte mit sauberer und sicherer Energie versorgen? Wie können wir bei geringem Flächen- und Energieverbrauch mobil sein? Wie schaffen wir Kultur für Jung und Alt? Wie schaffen wir eine ressourcenschonende Wirtschaftsstruktur mit Zukunftspotential? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen wurden die Teilnehmer handgreiflich: Ihren Vorschlägen und Ideen gaben sie Gestalt, indem Sie aus Bienenknetwachs Gebäude formten, diese auf den Spielplan stellten und den anderen Spielern die Funktionsweise und Sinnhaftigkeit ihrer Idee erklärten. Die Stadtentwürfe und Ideen werden von den Veranstaltern jetzt aufbereitet und noch in diesem Jahr als unterhaltsame Dokumentation in elektronischer Form - die man umsonst herunterladen kann - herausgebracht.
"Unser Netzwerk Lebendige Seen Deutschland ist noch sehr jung, aber mit den wertvollen Erfahrungen unserer lokalen Partner können wir uns gegenseitig mit tollen Ideen für gemeinsame Aktionen inspirieren", begrüßt GNF-Projektkoordinatorin Katja Tolkachyova die Aktionstage.

Ausführliche Berichte und Fotos zu den Aktionstagen finden Sie unter GlobalNature. Mehr Informationen zum Netzwerk Lebendige Seen Deutschland hier.