Hintergrundinfo

Hannover: 1. Fairtrade-Stadt in Niedersachsen!

Die Landeshauptstadt Hannover wurde im Mai 2010 als erste Stadt in Niedersachsen als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet.

bio-hannover hat recherchiert, warum die Landeshauptstadt den Titel erhalten hat ...

"Wir haben alle hart für den Titel gekämpft", sagt Silvia Hesse, Leiterin des Agenda 21-Büros in Hannover über die Auszeichnung zur Fairetrade-Stadt. "Als Landeshauptstadt war es ein längst notwendiger Schritt nach vorne", fährt sie fort. Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 750 Fairtrade-Städte.

© Joanna Schulte / Agenda 21

Die Kampagne wird von TransFair getragen und verbindet Akteure aus Zivilgesellschaft, Handel und Politik. Um die Konsumenten zu erreichen, arbeitet das hannoversche Agenda 21-Büro mit vielen Organisationen wie dem Allerweltsladen, der Berufsbildenden Schule Handel, dem Wissenschaftsladen und einigen Nichtregierungsorganisationen zusammen. Silvia Hesse weiß: "Diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig für Hannover als Fairtrade-Stadt. Gemeinsam organisieren wir Aktionen, wie die "Faire Woche" in Hannover. Wir möchten die Bürger dafür sensibilisieren, das Einkaufen als einen ersten bedeutenden Schritt gegen die Ungerechtigkeit der Welt anzusehen".
Die Faire Woche findet jedes Jahr unter einem anderen Motto statt. Dieses Jahr wird unter dem Slogan "Fair schmeckt mir!" der Genuss von fair gehandelten Produkten zu Hause und in der Gastronomie gefördert. "2010 haben wir uns auf eine ungewöhnliche Aktion eingelassen", so Thomas Meiseberg vom Wissenschaftsladen, "wir haben an einem Theaterstück gearbeitet, das im Rahmen eines 4-Gänge Menüs aufgeführt wird. Wir möchten damit Erwachsenen, die dem fairen Handel bereits offen gegenüber stehen, den letzten kleinen Schubs verpassen!" Das Krimidinner wird im Rahmen der "Fairen Woche" am 25. September 2010 im Haus der Jugend stattfinden.

Die Berufsbildende Schule Handel in Hannover engagiert sich ebenfalls für den fairen Handel. So werden Auszubildende der BBS Handel in verschiedene Aktionen mit einbezogen. Zum Beispiel werben sie während der Fairen Woche in Supermärkten dafür, fair gehandelte Waren zu kaufen und informieren die Verbraucher über Besonderheiten fairer Produkte. Auch im Schulkiosk wird ausschließlich Fairtrade-Kaffee angeboten. Hans-Georg Grahle, Studiendirektor der BBS Handel über seine Arbeit in der Schule: "Man kann den fairen Handel sehr gut in den Unterricht einbauen und die Auszubildenden somit beruflich weiter qualifizieren. Außerdem möchten wir unsere Schüler dazu motivieren, berufliches -und gesellschaftliches Engagement zu verknüpfen."

Wie wird eine Stadt zur Fairtrade-Stadt?

Um sich "Fairtrade-Stadt", "Fairtrade-Kreis" oder "Fairtrade-Gemeinde" nennen zu dürfen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden:

Wie kann ich mich als Bürger beteiligen?

Jeder Konsument kann einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten, indem er sich für den Kauf von fairen Produkten entscheidet. Der Markt hat sich gewandelt. Das Sortiment an fairen Produkten ist in den letzten Jahren gewachsen. Heutzutage bietet fast jeder Supermarkt eine Auswahl an fair gehandelten Waren an. "So kann der Käufer faire Produkte gut in den normalen Konsum mit einflechten", rät Hans-Georg Grahle.