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Hannover ist "fahrradfreundliche Kommune"

Die Landeshauptstadt Hannover wurde heute (26. August) zur "Fahrradfreundlichen Kommune 2010" in Niedersachsen gekürt. "Der Preis ist eine Bestätigung unserer Mobilitätspolitik, die auf Sicherheit, Rücksicht und Umweltverträglichkeit ausgerichtet ist. Und er ist auch ein Indiz dafür, wie beliebt das Radfahren in Hannover ist", freute sich Oberbürgermeister Stephan Weil.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörg Bode überreichte Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann die Siegertafel und einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro. "Ich freue mich außerordentlich über die Auszeichnung", sagte Bodemann in seiner Dankesrede. "Sie ist eine Anerkennung für unser erfolgreiches Bemühen, Hannover fahrradfreundlich zu gestalten und das Fahrrad als Verkehrsmittel nachhaltig zu stärken. Wir sehen den Preis aber auch als besondere Motivation für unser Ziel, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen in den kommenden 15 Jahren zu verdoppeln", betonte der Stadtbaurat. Er kündigte an, das Preisgeld in die Entwicklung eines Routenplaners zu investieren.

"Die Landeshauptstadt hat den Fahrradverkehr in den vergangenen Jahren ganz besonders kontinuierlich weiterentwickelt und konnte der Jury ein durchweg überzeugendes Radverkehrskonzept mit ganz konkreten Zahlen und Handlungsschwerpunkten präsentieren. Hannover verfügt über eine hervorragende Infrastruktur für den Radverkehr und wirbt mit einer vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit für die Nutzung des Fahrrades", sagte Minister Bode.

Rund 13 Prozent aller Wege und Fahrten im hannoverschen Stadtgebiet werden derzeit mit dem Rad unternommen. Damit liegt Hannover über dem Bundesdurchschnitt (neun Prozent) und unter den Städten mit mehr als 500.000 EinwohnerInnen gemeinsam mit München und Leipzig auf Rang zwei. Diesen Anteil möchte Hannover weiter erhöhen. Die Bemühungen, den Fahrradverkehr zu stärken, sind im "Leitbild Radverkehr" zusammengefasst, das die Landeshauptstadt Anfang dieses Jahres präsentiert hat. Darin ist das Ziel formuliert, den Radverkehrsanteil am Transportaufkommen (sogenannter "Modal Split")von 13 auf 25 Prozent zu erhöhen, die Zahl der Radverkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Getöteten zu halbieren und für eine umweltverträgliche Mobilität zu sensibilisieren. Handlungsfelder sind dabei unter anderem das Routennetz, Parken in Innenstadt und Wohnumfeld und Mobilitätsberatung. Das "Leitbild Radverkehr" kann im Internet unter www.radfahren-in-hannover.de heruntergeladen werden.

Den Wettbewerb "Fahrradfreundliche Kommune" veranstaltete das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zum neunten Mal. In diesem Jahr konnten sich Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern bewerben. Neben Hannover waren Emden, Lüneburg und Oldenburg in der engeren Wahl. Die Jury aus Verkehrsexperten, Vertretern von Kommunalverbänden, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sowie den Landtagsabgeordneten Karsten Heineking (CDU), Gabriela König (FDP), Gerd Ludwig Will (SPD), Enno Hagenah (Bündnis 90/ Die Grünen) und Ursula Weisser-Roelle (Die Linke) hatte das Radverkehrsnetz der vier Endrundenteilnehmer mit dem Fahrrad getestet. Wesentliche Bewertungskriterien waren eine fahrradfreundliche Infrastruktur - insbesondere Radwegenetz und Fahrradabstellmöglichkeiten -, Service rund um das Rad, Kommunikation der Akteure untereinander und eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit. Hannover hatte sich in diesem Jahr zum dritten Mal beworben. 2006 belegte die Landeshauptstadt einen zweiten Platz.