Hintergrundinfo

Wirtschaftlichkeit der Biogaserzeugung im Ökolandbau
"Schwarze Zahlen" mit "Grüner Energie"?

Der wirtschaftliche Erfolg einer Biogasanlage hängt auch im Ökolandbau von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel Umfang der Investition, Auslastung und "Fütterung" des Fermenters sowie natürlich den Substratkosten ab. Um langfristig erfolgreich zu sein, sollte die Biogaserzeugung im Ökolandbau stets an die Ausrichtung, Struktur und Größe des Betriebs angepasst und in die ökologische Produktion eingebettet sein.

Schlüssige Biogaskonzepte auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben berücksichtigen vor allem eine weitgehende Auslastung der Anlage (mindestens 7.000 Volllaststunden), die betriebsinterne Bereitstellung der Substrate zu moderaten Kosten, eine pflanzen- beziehungsweise ackerbauliche Nutzung der Gärreste

Ökobetriebe, die überwiegend Wirtschaftsdünger
und Reststoffe zur Biogasgewinnung nutzen,
erzielen die höchsten Kapitalrentabilitäten.
Foto: K.-P. Wilbois

und der entstehenden Nährstoffdynamik, sowie eine möglichst umfassende Abwärmenutzung.

Gute Rentabilität bei Nutzung innerbetrieblicher Reststoffe
Eine Studie der Universität Kassel-Witzenhausen zeigt, dass eine innerbetriebliche Ausrichtung der Biogaserzeugung am Umfang der Tierhaltung und des Ackerbaus sinnvoll ist. So wiesen Ökobetriebe mit überwiegender Nutzung von Wirtschaftsdüngern und Reststoffen bei der Biogasgewinnung die höchsten Kapitalrentabilitäten auf.

Intensiver Energiepflanzenanbau ist im Ökolandbau hingegen nicht wirtschaftlich. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und der Verbandsrichtlinien kann auch ein eingeschränkter Zukauf von konventionellen Substraten ökonomisch sinnvoll sein. Jedoch müssen hier die Marktpreise beobachtet werden.

Positiv für die Biogaserzeugung insgesamt hat sich die Novellierung des "Erneuerbare Energien Gesetzes" (EEG) 2009 herausgestellt. So profitieren gerade auch Ökobetriebe von den Boni für Güllevergärung in kleineren Anlagen bis 150 Kilowatt elektrischer Leistung.

Darüber hinaus berichten ökologische Biogasbetriebe von deutlichen positiven Effekten der Gärrestdüngung auf Erträge, Qualitäten und die Futtergüte sowohl im Ackerbau als auch auf dem Grünland. Die Biogaserzeugung hat für ökologisch wirtschaftende Betriebe ein sehr großes Potential, positive ökonomische Wirkungen auch auf andere Betriebszweige zu übertragen. Sind die Ökobetriebe auch noch breit aufgestellt, zum Beisp mit eigener Verarbeitung und Hofläden, haben sie beste Voraussetzungen für eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung.

Die innerbetrieblichen Wirkungen der Biogaswirtschaft und die Leistungen aus der Strom- und Wärmeerzeugung zusammen, also die gelungene Integration der Biogaserzeugung in das System des Ökolandbaus, führen zu wirtschaftlich tragfähigen Biogaskonzepten und zu einer sinnvollen Möglichkeit der betrieblichen Diversifizierung.