Nachrichten

BioFach 2011: Grüne Mode etabliert sich zunehmend

Grüne Mode macht Karriere und ihre Branche trifft sich gemeinsam mit Vertretern des gesamten internationalen Bio-Marktes - zuletzt insgesamt 2.557 Ausstellern und 43.669 Fachbesuchern - einmal im Jahr auf dem Messegelände in Nürnberg zur Weltleitmesse für Bio-Produkte, BioFach. Zum dritten Mal versammelt die Textil-Area der BioFach 2011 vom 16. bis 19. Februar Anbieter und Fachbesucher aus dem Markt-Segment für Naturtextilien und Öko-Fashion. Nahtlos konnte die Sonderfläche in diesem Jahr an die Erfolge der Premiere anknüpfen. Insgesamt 47 Aussteller waren vertreten. Ein echtes Highlight dabei die täglichen Modeschauen, die nach ihrer erfolgreichen Erstausgabe auch 2011 wieder stattfinden werden.

Biobaumwolle ist das Material der Stunde und das bedeutsamste Indiz für den wachsenden Markt. Zwar sind die Kräfte nach wie vor ungleich verteilt: Bio-Baumwolle hat nur einen Anteil von unter 1 % am gesamten Baumwollmarkt. Umso beeindruckender sind jedoch die Zuwächse.
2008 und 2009 wurden 175.000 t des ökologisch einwandfreien Rohstoffs geerntet, beachtliche 20 % mehr als in der Saison zuvor. Das entspricht mehr als 800.000 Ballen. Insgesamt bauen momentan 222.000 Bio-Bauern in 22 Ländern die Pflanze an. Die Nachfrage wird sowohl durch neue Märkte wie Osteuropa und Asien als auch etablierte Märkte
wie Nordamerika und Europa gestärkt. Allein der Bedarf im Boommarkt Großbritannien wird sich Marktschätzungen zufolge bis 2012 verdreifacht haben.

Prozentual weniger ins Gewicht fallen derzeit andere Naturfasern wie Wolle, Seide, Flachs oder Hanf, die ebenfalls aus biologischem Anbau oder artgerechter Tierhaltung stammen. Alle diese Fasern sind die ökologisch beste Wahl, da sie Mensch und Umwelt in vorbildlicher Weise schonen.
Da sich der weltweite Faserbedarf von über 70 Mio. t jedoch nicht allein mit Naturfasern decken lassen wird, diskutieren Hersteller - und das nicht nur im Textil Forum der BioFach - über neue Materialien und Fasern der Zukunft. Zum Beispiel Halbsynthetiks (Zellulosefasern wie Viskose) und Synthetiks (Kunstfasern wie Polyester). Prinzipiell lassen sich auch diese Fasern sauber verarbeiten und damit knappe Ressourcen wie Energie, Wasser und umweltschädliche Chemie sparen. Die gesamte Branche wird sich Experten zufolge neuester Forschung und Ökobilanzen öffnen müssen, die nicht nur die Faser, sondern die gesamte Veredelung im Blick haben. 1 kg konventioneller Textilien kann mehr als 6 kg Chemie enthalten, das errechneten jüngst schwedische Experten. Auf Textil-Etiketten ist davon bisher nichts zu lesen. Für Öko-Mode gibt es Positivlisten, was überhaupt an Chemie enthalten sein darf.

Neuheiten und Trends aus dem Markt für grüne Mode erleben Facheinkäufer vom 16. bis 19. Februar 2011 auf dem Messe-Duo BioFach und Vivaness in Nürnberg. Fundiertes Hintergrundwissen vermittelt das Textil Forum im Rahmen des jährlich parallel zur Messe stattfindenden BioFach Kongresses. Zuletzt informierten sich dort erneut über 8.000 der Besucher.