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NABU startet mit Werbung in Neustadt am Rübenberge durch:
Aufwind für Jugend-Naturschutz und Artenschutzprojekte

Seine bislang größte Werbeaktion für neue Mitglieder hat der Naturschutzbund NABU in der Stadt Neustadt am Rbge gestartet. "Wir starten jetzt regelrecht durch", berichtete der 1. Vorsitzende Werner Magers: "Unsere Erfolge im Natur- und Artenschutz brauchen dringend weiteren Rückenwind aus der Bevölkerung. Ein Schwerpunkt ist der weitere Ausbau der Kinder-Jugendgruppenarbeit, denn wenn Kinder keinen Bezug zur Natur finden, hat die gesamte Gesellschaft in Zukunft ein großes Problem."

Magers berichtete, dass die "erschreckende Entfremdung vieler heutiger Kinder so weit geht, dass sie zwar dreizehn Handy-Klingeltöne, aber keine drei Baum- und keine zwei Vogelarten kennen - eine Zeitbombe für die Zukunft, denn wer Natur nicht kennt, wird sie nicht entbehren, und wer sie nicht entbehrt, wird sich nicht für ihren Schutz einsetzen!" Deshalb hat der NABU Neustadt auch die eigene Kindergruppe des Naturschutzbundes "Rudi Rotbein" gegründet und heißt dort alle naturinteressierten Kinder ab 6 Jahren herzlich Willkommen.

Zudem hat der NABU Neustadt e.V. nun das Projekt eines "Schullehrgartens" ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Schülern ortsanliegender Schulen soll ein Grundstück mit Obstbäumen, Kräuter- und Gemüsebeeten und Wildblumen entstehen und so nachhaltig und langfristig für eine gute Kenntnis der heimischen Natur bei den Kindern und Jugendlichen sorgen.

Ebenso solle dem Steinkauz, der kleinsten hiesigen Eulenart, >NABU Aktion "Fast weg"<, tatkräftig geholfen werden: Durch die Neuanlage und Pflege so genannter Streuobstwiesen mit alten Obstbaumsorten, in deren Stämmen die Steinkäuze, aber auch viele andere Tierarten, wieder eine Heimat finden könnten. Für den Steinkauz wurden zudem spezielle Brutröhren aufgehängt, die von NABU-Eulenexperten betreut werden.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der aktive Schutz von Amphibien und Reptilien in der Neustädter Region. Einige Projekte sind beispielsweise die Optimierung der Kreuzotterlebensräume in Teilbereichen des Toten Moores und die Anlage von neuen Kleingewässern in verschiedenen Ortsteilen um dem Kammmolch und anderen Amphibien wieder geeignete Laichgewässer zu schaffen.

Auch das Aufstellen und Betreuen von Krötenzäunen habe in diesem Jahr wieder große Erfolge gezeigt und müsse daher unbedingt weiter gefördert werden: Allein in der Umgebung Metel haben ehrenamtliche Helfer über 4.500 Kröten vor dem Tod auf der Straße gerettet.

"Aber Naturschutz kostet Geld, und unsere Aktivitäten benötigen dafür viele neue Unterstützer. Deshalb hoffen wir, dass zu den über 840 Mitgliedern des NABU in der Stadt Neustadt möglichst viele neue hinzukommen - "unsere" Fledermäuse, Störche, Wachtelkönig, Ziegenmelker, Fischadlern & Co brauchen sie. Aber ganz besonders die vielen Kinder, denen wir Natur näherbringen möchten und klarmachen wollen, dass Kühe in Wirklichkeit nicht lila sind und dass Igel, Frosch, Eiche, Linde und Buche nicht nur im Internet existieren." Magers stellte das Werbeteam vor, das in den kommenden Wochen durch das Neustädter Land gehen wird: "Wir freuen uns, diese tüchtigen Studenten dafür gewonnen zu haben, als Ferienjob für die gute Sache einzustehen und an den Türen zu klingeln. Dieses Engagement hilft dem Naturschutz vor der Haustür, denn wir stehen für konkrete Maßnahmen. Deshalb hoffen wir, dass sich die Herzen vieler Menschen öffnen werden. Unsere Studenten sind an ihrer Dienstkleidung und dem mitgeführten Ausweis erkennbar. Die Studenten dürfen kein Bargeld annehmen; sie haben unser attraktives NABU Programmheft "Der Kiebitz" und unseren Flyer dabei."