Hintergrundinfo

Region Hannover Vorbild bei der Sammlung ausgedienter Energiesparlampen

Berlin, 16. August 2010: Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) kritisiert die nach wie vor unbefriedigende Entsorgung quecksilberhaltiger Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren als "umweltpolitisches Ärgernis ersten Ranges". Die achtlose Entsorgung der so genannten Gasentladungslampen führe zu einer völlig unnötigen Belastung des Hausmülls mit dem giftigen Metall Quecksilber. Dass es auch anders gehe, zeigten Erfahrungen im Ausland, wo bis zu 80 Prozent der ausgedienten Gasentladungslampen ordnungsgemäß gesammelt und recycelt werden. Deutschland zählt hingegen europaweit zu den Ländern mit der geringsten Sammelquote. Umso begrüßenswerter sei es deshalb, dass neuerdings erste Kommunen und andere Gebietskörperschaften in Deutschland verbesserte Rückgabemöglichkeiten anböten. Die Fortschritte seien in diesen Fällen deutlich, aber noch nicht ausreichend.

Obwohl die Abgabe bei kommunalen Wertstoffhöfen oder Schadstoffmobilen kostenlos ist, landen ausgediente Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren hierzulande immer noch mehrheitlich im Hausmüll. Insgesamt werden nur rund 35 Prozent der Gasentladungslampen getrennt gesammelt und damit umweltgerecht verwertet, private Haushalte kommen sogar nur auf 10 bis 20 Prozent korrekt entsorgte Altlampen. Die Gründe sind vielfältig. Oft mangelt es an verbraucherfreundlichen Rückgabemöglichkeiten in der Nähe, die kommunalen Sammelstellen sind umständlich zu erreichen oder haben ungünstige Öffnungszeiten. Hinzu kommt: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kennen weder ihre Rückgabepflichten noch die Rückgabemöglichkeiten.

Zwar wächst unter den kommunalen Verantwortlichen das Problembewusstsein, doch nur eine Minderheit zieht bisher mit konkreten Maßnahmen und Initiativen zur verbesserten Altlampensammlung Konsequenzen. Nicht zuletzt ein Blick ins europäische Ausland hat sie dazu ermutigt. In Schweden beispielsweise werden heute 80 Prozent der Gasentladungslampen korrekt eingesammelt und umweltgerecht entsorgt. "Ziel muss es sein, bis spätestens 2012 'schwedische Verhältnisse' bei der Entsorgung von Gasentladungslampen auch in Deutschland zu schaffen. Hierfür brauchen wir zum einen mehr Annahmestellen in den Kommunen, zum andern aber auch eine gesetzlich verordnete Rücknahmepflicht im Handel. Wenn diese Maßnahmen nicht genügen, muss gegebenenfalls auch über die Einführung eines Pfandbetrages nachgedacht werden, um die Rückgabequote auf mindestens 80 Prozent anzuheben", fordert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die DUH appelliert an die Kommunen in Deutschland, ihre Bemühungen zur verbesserten Sammlung von ausgedienten Energiesparlampen aus den Haushalten zu intensivieren. Eine wichtige Rolle spiele dabei die verstärkte gegenseitige Information über Maßnahmen, die sich als wirksam erweisen. "Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden. Aktiver Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen reicht oft aus, um besonders effektive Sammelkonzepte unter den Kommunen zu verbreiten", erläutert Maria Elander, die Leiterin des Bereichs Kreislaufwirtschaft der DUH.

Die Anforderungen zur Verbesserung der Altlampensammlung sind in allen Kommunen ähnlich: Kurze Anfahrwege, ein engmaschiges Sammelnetz, bürgerfreundliche Öffnungszeiten sowie Beratung und Bürgerinformation und alles zu bezahlbaren Kosten, so lauten die Stichworte. Dass die Lösungsansätze sich dennoch von Fall zu Fall unterscheiden beweisen die vier Vorzeigekommunen Landkreis Gifhorn, Bodenseekreis, die StädteRegion Aachen, darunter die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover.

Schon seit über 20 Jahren können Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen bei 20 Wertstoffhöfen des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Hannover kostenlos abgeben. Seit Einführung des Elektroaltgerätegesetztes (ElektroG) im Jahr 2006 können das auch Gewerbekunden wie Handwerker und Elektromonteure. Die Sammelmenge von Altlampen aus privaten Haushalten und Gewerbebetrieben stieg seit 2006 um knapp 40 Prozent.