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Deutsche Kommunen siegen in der Champions League für Erneuerbare Energien

Am 19.Mai 2010 wurden während einer Konferenz für nachhaltige Entwicklung für europäische Städte und Gemeinden im französischen Dunkerque die Meister der ersten Saison der Champions League für Erneuerbare Energien (RES Champions League) geehrt. Bei diesem europäischen Wettbewerb vergleichen sich Städte und Gemeinden, die sich besonders für den Einsatz erneuerbarer Energien engagieren. Mit Schalkham, Neckarsulm und Ulm stehen auch drei deutsche Kommunen auf dem Siegertreppchen.

Die Gewinner der RES Champions League 2010


Die RES Champions League ist ein von der Europäischen Union mitfinanzierter Wettbewerb, der von Organisationen aus bislang sieben Ländern getragen wird. Neben Deutschland sind das Bulgarien, Frankreich, Italien, Polen, die Tschechische Republik und Ungarn. Auf deutscher Seite sind als Mitveranstalter das Klima-Bündnis, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Zeitschrift Solarthemen beteiligt. Die Solarthemen initiierten bereits im Jahr 2001 die Solarbundesliga und veranstalten diesen deutschen Wettbewerb seitdem in Kooperation mit der DUH. Mehr als 1500 Kommunen beteiligen sich allein in Deutschland bereits am solar-sportlichen Wettstreit. Und die Solarbundesliga diente auch als Vorbild für die RES Champions League.

"Wir freuen uns, dass unsere Idee auch auf europäischer Ebene Anklang findet", sagt Solarthemen-Redakteur Andreas Witt mit Blick auf die erste Meisterfeier in der RES Champions League: "Vor allem aber hilft es offenbar, den Einsatz erneuerbarer Energien auf diese spielerische Art und Weise populär zu machen." Deutschland habe auch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Vorsprung, erläutert Witt, doch einzelne Vorreiter-Kommunen in anderen Ländern und deren Bürger holen auf. So liegt die Marktgemeinde Prato allo Stelvio aus Südtirol in der Gesamtwertung am Ende dieser Saison an der Spitze: hier wird nicht nur regenerativ erzeugter Strom, sondern auch Wärme exportiert. Das bayerische Schalkham konnte sich den zweiten Platz sichern. Neckarsulm und Ulm landeten in ihrer Größenklasse auf dem jeweils 1. Platz.

Ein Blick in die ständig aktualisierte Tabelle der RES Champions League unter der Adresse www.res-league.eu zeigt allerdings die Dominanz deutscher Städte und Gemeinden. Hier bestimmt sich das Ranking nach den pro Einwohner installierten Anlagen. Und das obere Tabellenfeld ist von deutschen Kommunen besetzt. "Beim Finale der RES Champions League zählt allerdings nicht nur der reine Punktestand", sagt Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der Deutschen Umwelthilfe. So hätten sich die ersten drei deutschen Kommunen in der jeweiligen Größenklasse für das Halb-Finale qualifiziert. "Das ist so ähnlich wie in der Fußball-Champions-League", meint Robert Spreter. Die Tabellenspitze der jeweiligen Länder tritt dann gegeneinander an. Und von den Kommunen wurden im Finale weitere Aussagen zu ihrem Engagement in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz erwartet. Eine Jury mit Vertretern aus sieben Ländern ermittelte die Gewinner.

"Ein Sieger steht bei diesem kommunalen Engagement immer fest: das Weltklima", erklärt Angela Hanisch vom Klima-Bündnis. Daher beteilige sich das europäische Städtenetzwerk an diesem Projekt. Die RES Champions League und auch die deutsche Solarbundesliga seien eine Möglichkeit, um Städte und Gemeinden für das Thema auf sportliche Weise zu sensibilisieren. Und das Angebot werde angenommen, wie die hohe Beteiligung zeige. "Der Einsatz erneuerbarer Energien ist vielen Kommunen eindeutig wichtig", so Hanisch.

In Schalkam ist die Sonnenenergie schon lange ein Thema. Bereits in den 90er Jahren organisierte der damalige Bürgermeister Johann Noppenberger Sammelbestellungen für Solarkollektoren. Und auch heute hat keine an der RES Champions League beteiligte Gemeinde mehr Solarkollektorfläche zur Wärmeerzeugung auf den Dächern: in Schalkham sind es mehr als 1,5 Quadratmeter je Einwohner. Ein komplettes Dorf duscht hier nur mit Sonnenwärme. Und auch der jetzige Bürgermeister Lorenz Fuchs führt das Engagement fort, betreibt sogar selbst einige Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Auch Neckarsulm ist ein Pionier der Sonne. Bereits seit einigen Jahren gibt es dort eine Wohnsiedlung, die über große Kollektorflächen und einen riesigen saisonalen Speicher zu einem nennenswerten Anteil mit Solarwärme versorgt wird. Schon an den Stadtzufahrten weist Solarkunst darauf hin, was den Neckarsulmern wichtig ist. Solarwärme- und Solarstromanlagen sind auf vielen Dächern zu finden. Und über die Stadtwerke versorgt die Kommune viele ihrer Bürger mit Wärme aus Holz. Punkten konnte Neckarsulm auch durch sein kontinuierliches Angebot zur Information, Beratung und Motivation der Bürger.

Auch die Stadt Ulm bezieht die Bürger ins Engagement für die Solarenergie mit ein. Hier existiert sogar eine von der Stadt initiierte Solar-Stiftung, die die Aktivitäten unabhängiger vom städtischen Haushalt macht. Die Stadt unterstützt zudem über zwei Stiftungsprofessuren im Bereich erneuerbarer Energien an der Universität Forschung und Entwicklung. Die Stadt selbst optimiert kontinuierlich die städtischen Gebäude und setzt hier - wenn möglich - auch erneuerbare Energien ein. Alle geeigneten Dächer stehen für die Nutzung der Sonne zur Verfügung.


Die Ergebnisse der RES-Champions-League:


Gesamtergebnis

Gold: Prato allo Stelvio (Italien)

Silber: Schalkham (Deutschland)

Bronze: Hostetín (Tschechien)


Kleine Kommunen (5.000 bis 20.000 Einwohner)

Gold: Nowa Deba (Polen)

Silber: Bansko (Bulgarien

Bronze: Montdidier (Frankreich)


Mittelgroße Städte (20.000 bis 100.000 Einwohner)

Gold: Neckarsulm (Deutschland)

Silber: Orasha (Ungarn)

Bronze: Litomerice (Tschechien)


Großstädte (über 100.000 Einwohner)

Gold: Ulm (Deutschland)

Silber: Grenoble (Frankreich)

Bronze: Plzen; (Tschechien)

Bronze: Czestochowa (Polen)