Hintergrundinfo

Aromen dürfen jetzt auch Bio sein

Wer A sagt, kann auch B sagen: Aromen dürfen Bio sein. Das hat die Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) in ihrer jüngsten Sitzung klargestellt. Der Geschäftsführer der Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL), Dr. Alexander Beck, begrüßte die Entscheidung: "Für uns ist es wichtig, dass diese Zusatzstoffe ökologisiert werden, um die Qualität von Biolebensmitteln konsequent weiterzuentwickeln. Jedoch müssen auch die rechtlichen Vorgaben für die Herstellung von Ökoaromen weiterentwickelt werden."

Der Hintergrund
Die LÖK hatte als Arbeitskreis der Kontrollbehörden, die in den Bundesländern für die Überwachung der EG-Rechtsvorschriften für den Ökologischen Landbau zuständig sind, bisher die Meinung vertreten, dass Aromen nicht in den Geltungsbereich des EU-Rechts fallen und damit keine rechtliche Grundlage für eine Biozertifizierung existiert. Das hatte vor allem bei Herstellern von Molkereiprodukten, Süßwaren und Tees für Verunsicherung gesorgt.

So erklärte der Gummibärchen-Hersteller Georg Rösner: "Unsere Kunden wollen sicher sein, dass sie wirklich 100 Prozent Bio naschen. Konventionelle Aromen sind komplexe Gemische, die sowohl von Lebensmittel-Herstellern als auch von Verbrauchern schwer zu durchschauen sind. Deshalb begrüßen wir es, wenn Bioaromen sauber definiert werden. So ist eindeutig festgelegt, was sie beinhalten dürfen." Das hat die LÖK nun getan, indem sie Aromen gemäß der EG-Verordnung 834/2007 für ökozertifizierbar erklärt hat.

Neue Zusatzstoffliste für die Ökoverarbeitung
Der Projektkoordinator des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL), Rolf Mäder, betonte: "Wir freuen uns sehr über diese Klarstellung. Damit haben wir eine gute Grundlage, um die Aromen in unsere Zusatzstoffliste aufzunehmen. Jetzt sind die Aromen-Hersteller aufgerufen, ihre Produkte listen zu lassen."

Die "FiBL-Liste Öko-Verarbeitung" enthält Handelsprodukte von Zusatz- und Hilfsstoffen sowie Zutaten mit technologischer, sensorischer oder nutritiver Funktion, die bei der Herstellung von Biolebensmitteln eingesetzt werden dürfen. Als solche erleichtert sie Lebensmittel-Herstellern die Suche nach geeigneten Zulieferern; Zusatzstoff-Lieferanten wiederum bekommen eine geeignete Angebotsplattform.

Die Liste wird vom FiBL Deutschland mit Unterstützung der AoeL erstellt und im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gefördert. "Wir sind laufend dabei, sie zu ergänzen", erläuterte Mäder. Er forderte Hersteller auf, sich oder ihre Zulieferer aufnehmen zu lassen. Schließlich sei das ein guter Service für die Branche, so Mäder.

Weitere Informationen über Zusatzstoffe sowie die "FiBL-Liste Öko-Verarbeitung" zum Download erhalten Sie unter www.zusatzstoffe.org.