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Patt für die Ampelkennzeichnung in Brüssel
Entscheidung über Nährwertinformationen ist offener denn je

Brüssel, 16.03.2010: Der Umweltausschuss des Europaparlaments (ENVI) hat heute in Brüssel ein starkes Signal für die Lebensmittel-Ampel abgegeben. Beim Votum über einen Antrag für die EU-weit verpflichtende Einführung der Ampelkennzeichnung kam es zum Patt zwischen Befürwortern und Gegnern (je 30 Ja- und Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen). Auch wenn der Antrag damit denkbar knapp keine Mehrheit gefunden hat, ist der Zuspruch zur Ampelkennzeichnung bedeutend größer als von vielen im Vorfeld angenommen. "Das zeigt: Für die eigentliche Entscheidung im Plenum des Europaparlaments und für die Abstimmung mit dem Europäischen Rat ist alles völlig offen", erklärte Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch.

"Wenn man berücksichtigt, dass die Europäische Kommission die Ampel nicht vorgeschlagen hat und die Abgeordnete Renate Sommer als Berichterstatterin des Parlaments massiv gegen die Ampel gearbeitet hat, ist das ein eindrucksvolles Votum", so Bode weiter. "Das hauchdünne Abstimmungsergebnis im Ausschuss ist erst der Anfang und ein echter Schuss vor den Bug von Lebensmittelindustrie und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner - ich bin sehr optimistisch, dass es im Parlament eine echte Chance gibt, dass die Ampel eine Mehrheit findet."

© foodwatch


Das Europaparlament wird voraussichtlich im Mai über die künftige Nährwertkennzeichnung abstimmen. Danach müssen sich zudem noch Parlament und Europäischer Rat auf einen gemeinsamen Verordnungstext verständigen.

In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für foodwatch hatten sich 69 Prozent der Verbraucher in Deutschland für die Einführung der Nährwert-Ampel ausgesprochen. In einer Umfrage aus dem Bundesverbraucherministerium befürworteten sogar mehr als 80 Prozent eine Kennzeichnung mit den Ampelfarben.