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Pkw-Klimaanlagen - neue UBA-Ergebnisse
VCD: CO2 statt klimaschädigender, giftiger Kältemittel

Berlin, 12.02.10: Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) ruft die deutsche Autoindustrie angesichts der heute veröffentlichten Ergebnisse des Umweltbundesamtes (UBA) dazu auf, bei Kältemitteln in Auto-Klimaanlagen endlich auf das natürliche Kältemittel CO2 zu setzen. Gleichzeitig warnt der Verband vor dem Einsatz brennbarer Alternativen.

"Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat bereits 2007 erklärt, dass seine Mitglieder zukünftig CO2 als umweltfreundlicheres Kältemittel einsetzen werden. Eine Serienproduktion von Klimaanlagen mit CO2 als Kältemittel lässt jedoch weiterhin auf sich warten", kritisiert Werner Korn von VCD-Bundesvorstand. "Wir fordern von den Autoherstellern, ihren Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen." Bisher werde für Pkw-Klimaanlagen Tetrafluorethan (R134a) eingesetzt - ein starkes Treibhausgas, das dem Klima etwa 1 300-mal stärker schadet als CO2. Laut einer EU-Richtlinie dürfen ab 2011 keine Kältemittel mehr in Neufahrzeugen eingesetzt werden, deren Treibhauspotential das 150-fache von CO2 überschreitet. Eine klimafreundlichere, ungefährliche Alternative zu R134a ist das CO2 selbst.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: "Es kann nicht sein, dass die deutsche Autoindustrie wie schon beim Partikelfilter und dem Hybridantrieb wider besseren Wissens eine Umwelttechnik nicht einsetzt, statt international als Vorreiter zu fungieren. Die deutschen Autohersteller wissen um die Vorteile von CO2 als Kältemittel und könnten den bisher leeren Worten des VDA-Präsidenten Wissmann, die deutsche Autoindustrie sei technologisch führend in der Welt, endlich Taten folgen lassen. In diesem Fall ist CO2 im Sinne von Klima- und Gesundheitsschutz die erste Wahl."

Allein im Jahr 2007 entwichen bundesweit fast 2 500 Tonnen R123a aus Auto-Klimaanlagen. Dies entspricht 3,2 Millionen Tonnen CO2 - so viel wie 1,3 Millionen Pkw in einem Jahr ausstoßen. Das als eine mögliche Alternative gehandelte fluorhaltige Kältemittel HFKW-1234yf ist nach Untersuchungen des UBA und der Deutschen Umwelthilfe brennbar und kann explosionsfähige Gemische bilden. Entzündet sich das Mittel oder kommt es in Kontakt mit heißen Oberflächen - etwa bei einem Unfall - bildet sich zudem stark ätzende, giftige Flusssäure die zusammen mit ihren Dämpfen ein zusätzliches Risiko für Insassen und Unfallhelfern darstellt. CO2 hingegen hat eine hohe Kälteleistung, ist nicht brennbar, bildet keine Zerfallsprodukte und ist weltweit problemlos und kostengünstig verfügbar.