Bio-Hannover Event
 
Titel der Veranstaltung:
100 Jahre Rathaus: Ausstellung "Neues Rathaus Hannover 1913 - 2013" des Historischen Museums Hannover
Zeit und Ort: 10.06.2013 - 28.07.2013, D-30159 Hannover (Ausstellung)
Anschrift:Trammplatz 2
Inhalt:
Seit 100 Jahren prägt das Neue Rathaus mit seiner einzigartigen Kuppel - eine Besonderheit unter den deutschen Rathausbauten - das Bild der Stadt, seit 100 Jahren prägen die hier tätigen politischen Gremien und VerwaltungsmitarbeiterInnen die Entwicklung Hannovers.
"Anders als die über dem Gebäude thronende Kuppel vielleicht vermuten ließe, sind weder das Gebäude, und schon gar nicht die Geschichte der Stadt seit der Eröffnung des Hauses von Einheitlichkeit gekennzeichnet. Brüche und Widersprüche charakterisieren beide. Sie aufzuzeigen, sie zur spannenden Leitlinie einer Ausstellung des Historischen Museums gerade am Originalschauplatz Neues Rathaus zu machen, haben sich unsere Kuratoren Dr. Wolf-Dieter Mechler und Esther Orant vorgenommen", erläutert Dr. Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums Hannover. Er unterstreicht dabei die besondere Inszenierung der Ausstellung, für die Serge von Arx gewonnen werden konnte, Szenograf, Architekt und Leiter der Szenografieabteilung der Norwegischen Theaterakademie, der im Bürgersaal eine irritierende Installation geschaffen hat.
Zwei Baustile sind im neuen Rathaus zu finden, begründet im Architektenwechsel während der Bauzeit. Das Haus hat zwei Seiten: Nord und Süd, ernst, mit seinem historischen Programm in den Reliefs, und heiter, verspielt zum Park und Maschteich. Es vereint außerdem zwei eigentlich gegensätzliche Aussagen: Parlament und Schloss. In der Anlage schlossartig, in der Kuppel und dem Raumprogramm einem Parlament entsprechend.
Die beiden sich eigentlich ausschließenden politischen Traditionen der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover, das Welfentum und das Preußentum, finden sich beide in der Ausstattung wieder und werden im Gebäude (zwangs-)vereint.
Der Umgang mit der eigenen (Bau)Geschichte drückt sich im Erhalt des Hodlersaals und dem Umbau der ehemaligen Festsäle zum Ratssaal widersprüchlich aus.
Dazu kommen die Einweihungsinszenierung und die Geschichte der Kontrahenten Heinrich Tramm und Robert Leinert. Die NS-Zeit, in der das "Rathaus" Teil der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik war, wird ebenso thematisiert wie der Neuanfang mit der parlamentarischen Demokratie und ihrem Antipol der APO. Heute ist das Rathaus der Ort der Entscheidungen für die Stadtpolitik, aber auch ein Ort für Trauer und Feiern. Dass das Rathaus Arbeitsplatz der städtischen Beschäftigten ist, wird nicht vergessen, ebenso wenig die Interessenvertretungen der MitarbeiterInnen.
Neben viel genutztem umbauten Raum birgt das Rathaus auch jede Menge unbekannten und teilweise ungenutzten Raum. Die Ausstellung macht ihn virtuell sichtbar, durch eine Auswahl von Fotos unbekannter Orte und einer Liveeinspielung (nebst Liveton) aus der zweiten Halle über der Kuppelhalle.
Es werden nur wenige Originalobjekte gezeigt, aber einige ganz besondere: erstmals seit etwa 100 Jahren zu sehen ist ein Porträt Heinrich Tramms, das zur Rathaus-Einweihung gefertigt und dann im Krieg sehr stark beschädigt wurde und seit über 60 Jahren als Leihgabe der Stadt im Depot des Landesmuseums hängt. Außerdem zwei Schreibtische von 1913 und Medaillen, Einladungen und Speisekarten der Einweihungsfeierlichkeiten.
Die Gesellschaft für Filmstudien hat die ersten bewegten Bilder aus der Stadt Hannover zur Verfügung gestellt: knapp 40 Sekunden mit Kaiser Wilhelm und Stadtdirektor Tramm.


  • Täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

  • Geschlossen am 28. Juni

  • Geöffnet in der Nacht der Museen, Sonnabend, 15. Juni, 18 bis 1 Uhr


Veranstalter: Stadt Hannover, Trammplatz 2, 30159 Hannover
0511 168-45023
E-Mail: 15.3@hannover-stadt.de
http://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Architektur-Geschichte/Stadtgeschichte/Happy-Birthday-altes-Haus/Ausstellungen


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