Bio-Hannover Event
 
Titel der Veranstaltung:
Cinema-Global
Zeit und Ort: 23.09.2010 - 20:15 Uhr, D-30159 Hannover (Sonstiges)
Anschrift:Kino im Künstlerhaus - Kommunales Kino Hannover, Sophienstr. 2
Inhalt:
Die Filmreihe für Hannover präsentiert:

Water Makes Money

Weltpremiere - Uraufführung

Dokumentarfilm von Leslie Franke und Herdolor Lorenz (D 2010, 90 Minuten)

Gäste und Gesprächspartner für die anschließende Publikumsdiskussion:

Uwe Becker
Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.
"Brot für die Welt" - Befasst sich seit Jahren mit der globalen Wasserproblematik.

Hans Mönninghoff
Erster Stadtrat, Umwelt- und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Hannover, gelernter Wasserbauingenieur.

Moderation
Hannes Philipp, VEN - Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen


Vor 10 -15 Jahren erhob sich eine Welle der Privatisierung unserer Wasserversorgung und wälzt sich seither durch die ganze Welt. Die nachhaltigen Folgen - u.a. von sauberem Wasser abgeschnittene Armenviertel und trockene Wasserhähne in London, der Metropole des Finanzkapitals - sind mittlerweile weithin bekannt, u.a. auch dank des vielbeachteten, in 8 Sprachen übersetzten Films "Wasser unterm Hammer" aus dem Jahr 2005 - ebenfalls von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Die beiden engagierten Dokumentarfilmer haben in den letzten Jahren ihre Recherchen zum Thema fortgesetzt und intensiviert. Nun kommt das Ergebnis in die Kinos!

Die französischen Konzerne Veolia und Suez sind auf allen fünf Kontinenten präsent. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Erwerbung eines Wasserversorgers. Doch ausgerechnet in ihrem Heimatland Frankreich wird ihnen jetzt der Boden heiß. Anfang 2010 mussten beide Konzerne in ihrem Hauptsitz Paris die Wasserversorgung zähneknirschend an die Stadt übergeben und sich auch aus Rouen zurückziehen. Demnächst folgen noch andere Städte, die ihr Wasser wieder in kommunale Hand nehmen wollen.

Am Beispiel von Paris, Bordeaux und Toulouse zeigt der Film, wie es dazu kommt - und warum die Menschen zuvor den Privaten so lange vertraut haben. Ein Vertrauen, das sich vielerorts als Erblindung bestochener Volksvertreter erwiesen hat.

Man spricht heute nicht mehr von "Privatisierung", sondern von Geschäftsmodellen wie "Public Private Partnership". Wichtig ist dabei nur das Kapital, das mittels Krediten die Infrastruktur "generiert". Daraus schnüren Banken Finanzpapiere, die dann durch die virtuelle Finanzwelt geistern und stets neu Renditen generieren. Aber nur unter einer Bedingung, und die ist klein gedruckt, geheim und "strafbewehrt": Bei all diesen "Lösungen" haftet die Kommune für jede Art von Minderung und Ausfall der Rendite!

Jetzt kommt nach und nach die Wahrheit über das Gebaren der Konzerne an die Oberfläche, über unterlassene Wartungen, löchrige Rohrnetze mit enormen Verlusten der kostbare Ressource, über Pestizidbelastungen etc.

"Water Makes Money" zeigt, wie die "Gelddruckmaschinen" der Konzerne vor allem in Frankreich und in deutschen Städten wie Berlin oder Braunschweig laufen. Ein System wird sichtbar, das den Wasserkonzernen erlaubt - zum Teil mit Hilfe von EU und UNO - ihren globalen Expansionskurs zu finanzieren.

Beginnt nun die Rückbesinnung auf einen grundlegenden Wasserschutz, auf demokratische Kontrolle, ja, beginnt nun eine Welle der Rekommunalisierung?
Veranstalter: M E D I A 21 Bildung+Kultur__Medien+Globales Lernen,
E-Mail: media-21@mpz-hannover.de
www.cinema-global.de


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